{"id":329,"date":"2021-07-15T14:27:38","date_gmt":"2021-07-15T14:27:38","guid":{"rendered":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/?page_id=329"},"modified":"2022-01-17T10:29:56","modified_gmt":"2022-01-17T10:29:56","slug":"der-nachtwaechter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/?page_id=329","title":{"rendered":"Jakob Lang"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color\"><strong>Ein Beitrag von Sch\u00fcler:innen der MSS11<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"749\" height=\"355\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.21.52.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1419\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.21.52.png 749w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.21.52-300x142.png 300w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.21.52-500x237.png 500w\" sizes=\"(max-width: 749px) 100vw, 749px\" \/><figcaption><strong>Quelle:<\/strong> Eigener Entwurf<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>I. Allgemeines<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Jakob Lang wurde am 24. Juli 1901 als Staatsb\u00fcrger Hessen-Nassaus in Nackenheim geboren. Er wohnte mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen 5 Kindern in der Gartenfeldstra\u00dfe. Da seine Frau eine Gallenoperation ben\u00f6tigte, nahm er den Platz als Nachtw\u00e4chter in Nackenheim an. Nach zwei Jahren wurde er dann im Jahre 1934 entlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit (ca. 1932) orientierte sich der Bezirk Oppenheim, zu dem auch Nackenheim z\u00e4hlte, politisch an der NSDAP. Lang war weder Parteimitglied, noch j\u00fcdisch. Trotz seiner ihm vorgeworfenen Parteifeindlichkeit, stellte das hessische Kreisamt ihn als Nachtw\u00e4chter f\u00fcr einen Lohn von zun\u00e4chst 11,01 RMK(ca.44\u20ac), sp\u00e4ter f\u00fcr 14 RMK(ca.56\u20ac) die Woche ein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>II. Der Posten als Nachtw\u00e4chter<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Am 17. Oktober 1932 wurde Jakob Lang vom Gemeinderat zum Nachtw\u00e4chter von Nackenheim ernannt. Der Posten des Nachtw\u00e4chters war zu der Zeit n\u00f6tig, da es vermehrt Einbr\u00fcche bei Nacht gab, die die Gesch\u00e4ftsleute verschreckten und die Einwohner be\u00e4ngstigten. Einer dieser Einbr\u00fcche war am 1. Oktober 1932. Einbrecher versuchten \u00fcber mehrere Stunden, einen Tresor aus der Wand eines Gesch\u00e4fts zu stehlen. W\u00e4hrenddessen lauschten die Anwohner, ohne Anstalten zu machen oder etwas zu unternehmen. Dieser und weitere nicht detaillierte Einbr\u00fcche f\u00fchrten dazu, dass es dem Gemeinderat vom Hessischen Kreisamt genehmigt wurde, einen Nachtw\u00e4chter einzustellen. Dieser sollte der \u00f6rtlichen Polizei aushelfen, die zu der Zeit nur einen Polizeidiener (Streifenpolizist) z\u00e4hlte. Aufgrund der \u00dcberlastung der Polizei gedachte der B\u00fcrgermeister, Jakob Lang auch zum Polizeidienst zu verpflichten. Ob Jakob Lang nun auch zum aushelfendem Polizeidiener wurde geht leider nicht aus den uns vorliegenden Aufzeichnungen hervor. Das er jedoch zur Aushilfe gebeten wurde, kann man aus seinem Entlassungspapieren erlesen. Diese Einblicke konnten wir aus Protokollen des Oppenheimer Kreisamts erhalten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>III. Das Ende des Arbeitverh\u00e4ltnisses von Jakob Lang<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcndigung der Stelle als Nachtw\u00e4chter Nackenheims erfolgte am 27. Juli 1934, doch warum wurde Lang \u00fcberhaupt gek\u00fcndigt? Jakob Lang sollte im Sommer des Jahres 1934 den Polizeidiener J. Wohlfahrt w\u00e4hrend seines achtt\u00e4gigen Urlaubs vertreten, dies lehnte Jakob Lang jedoch vehement ab. Mit welchen Folgen das verbunden war, war ihm zun\u00e4chst unklar. Denn noch bevor eine Befragung stattfand, ging ein Brief des Nackenheimer B\u00fcrgermeisters an das Kreisamt in Oppenheim, in dem der Sachverhalt und die angeblichen Verweigerungen durch Jakob Lang geschildert wurden. Dabei beschrieb der B\u00fcrgermeister ein \u201ehartn\u00e4ckiges Verhalten\u201d Langs, da dieser nicht auf der B\u00fcrgermeisterrei erscheinen w\u00fcrde, und die Versammlungen der NSDAP nicht besucht. Des Weiteren fordert er, dass man ihm, aufgrund der \u201ef\u00fcr die Gemeinde Nackenheim untragbaren\u201c Situation, das Recht zur Entlassung Langs erteilte. Die Antwort des Kreisamtes folgte auch noch vor der eigentlichen Befragung. In diesem Antwortschreiben spricht der zust\u00e4ndige Sachbearbeiter davon, dass man Lang die K\u00fcndigung zum 30. Juni zustellen lassen m\u00f6chte. In einem Bericht vom 24. Juni 1934 wird vor allem erneut der Konflikt zwischen Herrn Lang und dem Polizeidiener Wohlfahrt geschildert. Dieser basiert auf dem Befragungsprotokoll der beiden Seiten, dieser Bericht wurde vom Hauptwachtmeister der Gendamerie verfasst. Darin wird zu allererst angemerkt, dass Lang die von Polizeidiener Wohlfahrt gemachten \u00c4u\u00dferungen nicht bestreite, au\u00dferdem wird dargestellt, dass Jakob Lang damit gerechnet haben m\u00fcsse, dass der Auftrag vom B\u00fcrgermeister stamme.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Nachfolger Jakob Langs wurde schlie\u00dflich ein SA-Mann aus Nackenheim ernannt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">I<strong>V. Einblicke in den Briefverkehr zur Entlassung Jakob Langs aus seinem Amt als Nachtw\u00e4chter Nackenheims<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"913\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1423\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51.png 920w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51-300x298.png 300w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51-150x150.png 150w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51-768x762.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51-500x496.png 500w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-20.33.51-800x794.png 800w\" sizes=\"(max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption><strong>Quelle:<\/strong> LA Sp. Best. H53, 3104 <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"971\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-1024x971.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1782\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-1024x971.png 1024w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-300x284.png 300w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-768x728.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-500x474.png 500w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-800x758.png 800w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07-1200x1137.png 1200w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-23-um-17.26.07.png 1209w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><strong>Quelle:<\/strong> LA Sp. Best. H53, 3104 <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-secondary-color has-text-color\"><strong>Ein Gedenkkonzept, das die Erinnerung an Jakob Lang im \u00f6ffentlichen Raum verankern m\u00f6chte, findet sich unter &#8222;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/?page_id=143\" data-type=\"page\" data-id=\"143\" target=\"_blank\">Leerstellen&#8220;<\/a>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>LA Sp. Best H52,3104.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Sch\u00fcler:innen der MSS11 I. Allgemeines Jakob Lang wurde am 24. Juli 1901 als Staatsb\u00fcrger Hessen-Nassaus in Nackenheim geboren. Er wohnte mit seiner Ehefrau und den gemeinsamen 5 Kindern in der Gartenfeldstra\u00dfe. Da seine Frau eine Gallenoperation ben\u00f6tigte, nahm er den Platz als Nachtw\u00e4chter in Nackenheim an. 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