{"id":612,"date":"2021-07-18T22:37:54","date_gmt":"2021-07-18T22:37:54","guid":{"rendered":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/?page_id=612"},"modified":"2022-02-17T19:40:45","modified_gmt":"2022-02-17T19:40:45","slug":"henriette-klein","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/?page_id=612","title":{"rendered":"Henriette Klein"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-accent-color has-text-color\"><strong>Ein Beitrag von Sch\u00fcler:innen der MSS11<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"i-das-gesetz-zur-verhutung-erbkranken-nachwuchses\">I. <strong>Das <\/strong>Gese<strong>tz zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eEr<\/em> [der v\u00f6lkische Staat] <em>hat, was irgendwie&nbsp;ersichtlich<\/em><strong><em> <\/em><\/strong><em>krank und erblich belastet ist, <\/em>[f\u00fcr]<em> zeugungsunf\u00e4hig zu erkl\u00e4ren und dies praktisch auch umzusetzen.\u201c<\/em><\/p><cite>zit. n. Hitler, &#8222;Mein Kampf&#8220;. Eine kritische Edition, hrsg. v. Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Pl\u00f6ckinger, Roman T\u00f6lpel im Auftrag des IfZG M\u00fcnchen-Berlin 2016, S. 1031-1033.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Dies schrieb Adolf Hitler in seinem 1925 ver\u00f6ffentlichten Werk \u201eMein Kampf\u201c. Knapp acht Jahre sp\u00e4ter setzte er seine Absichten in die Tat um. Am 14. Juli 1933 wurde das&nbsp;\u201cGesetz zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses\u201d&nbsp;auf Beschluss der Reichsregierung verabschiedet, am 1. Januar 1934 trat es in Kraft. Dieses Gesetz hatte zur Folge, dass Erbkranke durch einen chirurgischen Eingriff unfruchtbar gemacht (sterilisiert) werden konnten, wenn eine angeblich hohe Wahrscheinlichkeit bestand, dass ihr Nachwuchs an schweren k\u00f6rperlichen oder geistigen Erbsch\u00e4den leiden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gesetz galt f\u00fcr Menschen, die von folgenden Krankheiten betroffen waren: Angeborener Schwachsinn (heute: geistige Behinderung), Schizophrenie, zirkul\u00e4rem (manisch-depressiven) Irresein (heute: bipolare St\u00f6rung), erbliche Fallsucht (heute: Epilepsie), erblichem Veitstanz (heute: Chorea Huntington), erblicher Blindheit und erblicher Taubheit. Doch auch bei Menschen mit k\u00f6rperlichen Missbildungen oder Alkoholabh\u00e4ngigkeit wurde der Eingriff vollzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Berechtigt, einen Antrag auf Unfruchtbarmachung zu stellen, waren die Betroffenen selbst, Vormunde und Pfleger, Amts\u00e4rzte sowie Leiter von Heil-, Pflege- oder Strafanstalten. Dazu ben\u00f6tigt wurde ein \u00e4rztliches Gutachten. Die Entscheidung, welche der Antr\u00e4ge gew\u00e4hrt wurden, lag bei den Erbgesundheitsgerichten. Beschwerde gegen das Urteil einzureichen war zwar m\u00f6glich, verz\u00f6gerte den Prozess allerdings meist nur. Sobald der Beschluss jedoch rechtskr\u00e4ftig war, wurde der Eingriff von \u00c4rzten in einem zugelassenen Krankenhaus durchgef\u00fchrt. Oft wurde der Eingriff gegen den Willen der Betroffenen durchgef\u00fchrt, bei Verweigerung griff daher die Polizei ein. Infolge dieses Beschlusses wurden circa 400 000 Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus zwangssterilisiert. Von diesen starben bis zu 5000 an den Folgen des Eingriffs.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Prinzip&nbsp;der \u201cEugenik\u201d, im Deutschen auch&nbsp;als Erbgesundheitslehre bezeichnet, besteht in der Annahme, dass eine angebliche &#8222;Minderwertigkeit&#8220; der menschlichen DNS bestehe und diese aufgrund von &#8222;unkontrollierter Fortsetzung&#8220; und &#8222;Rassenmischung&#8220; zu Stande komme. Um dem entgegenzuwirken, sollten sogenannte \u201ceugenische Ma\u00dfnahmen\u201d&nbsp;zur Verbesserung des Erbgutes eingef\u00fchrt werden. Darunter verstand man die Verweigerung einer Heiratserlaubnis f\u00fcr&nbsp;Menschen, die nach Ansicht des Staates keine \u2018moralischen und intellektuellen&nbsp;F\u00e4higkeiten\u2019 h\u00e4tten, einen \u2018sanften Tod\u2019 f\u00fcr&nbsp;Kinder, die k\u00f6rperlich behindert oder nicht kr\u00e4ftig genug waren. Auch das Abtreiben von Kindern war eine Ma\u00dfnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Adolf Hitler sollte sich dann durch positive und negative Auslese ein deutscher&nbsp;&#8222;Volksk\u00f6rper&#8220; entwickeln, der ausschlie\u00dflich aus Mitgliedern der &#8222;arischen Rasse&#8220;, also den&nbsp;&#8222;Deutschbl\u00fctigen und Artverwandten&#8220; bestand. Nach der &#8222;Macht\u00fcbernahme&#8220; der Nationalsozialisten&nbsp;wurde in Erbkarten der &#8222;Erbwert&#8220; der&nbsp;gesamten deutschen Bev\u00f6lkerung dokumentiert. Unter anderem wurden hier (Erb-)Krankheiten, schulische Leistungen, und das Vorkommen&nbsp;(angeblich) &#8222;hochwertiger&#8220; und &#8222;minderwertiger&#8220; Eigenschaften notiert. Anschlie\u00dfend stellte ein Amtsarzt die &#8222;erbbiologische&#8220; und soziale Hauptdiagnose und entschied&nbsp;davon ausgehend, ob eine Person&nbsp;zur &#8222;positiven Auslese&#8220; oder zur &#8222;negativen Auslese&#8220; z\u00e4hlte; eine erste, &#8222;rassenhygienische Selektion&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Haus des Erinnerns, Ausstellung&nbsp;\u201cEuthanasie\u201d&nbsp;(<a href=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/projekte-ausstellungen\/ausstellung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/projekte-ausstellungen\/ausstellung\/<\/a>&nbsp;| zuletzt aufgerufen am 29.09.2021)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Arbeitsgemeinschaft&nbsp;Bund der \u201cEuthanasie\u201d-Gesch\u00e4digten und Zwangssterilisierten, Artikel <em>Gesetz zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 (Erbgesundheitsgesetz)<\/em><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.euthanasiegeschaedigte-zwangssterilisierte.de\/themen\/gesetz-zur- verhuetung-erbkranken-nachwuchses-vom-14-juli-1933-erbgesundheitsgesetz\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.euthanasiegeschaedigte-zwangssterilisierte.de\/themen\/gesetz-zur- verhuetung-erbkranken-nachwuchses-vom-14-juli-1933-erbgesundheitsgesetz\/<\/a>&nbsp;|zuletzt aufgerufen am 03.10.2021)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"ii-das-leben-der-henriette-klein\"><strong>II. Das Leben der Henriette Klein<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Henriette Klein wurde am 5. Juni 1907 in Nackenheim geboren und wuchs als katholische Sinteza in der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Deutschland auf. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"660\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-660x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1343\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-660x1024.png 660w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-193x300.png 193w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-768x1191.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-991x1536.png 991w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-500x775.png 500w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59-800x1241.png 800w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.40.59.png 1055w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><figcaption>Die Geburtsurkunde Henriette Kleins findet sich in der Akte zu ihrem Zwangssterilisationsverfahren im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden,<strong> <\/strong><br><strong>Quelle:<\/strong> HHStAW, 473\/4, 398<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ihre Kindheit verbrachte sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einem Wohnwagen, in dem sie oft umherreisten. In ihrer Jugend lebte sie f\u00fcr ein Jahr in dem Monikaheim in Frankfurt am Main, aus dem sie mit siebzehn Jahren ausriss, um mit ihrem sp\u00e4teren Ehemann Gustav Adolf Klein zusammenzuziehen. Sie starb zwischen dem 5. und 10. April 1944 in dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"iii-das-zwangssterilisationsverfahren-henriette-kleins\"><strong>III. Das Zwangssterilisationsverfahren Henriette Klein<\/strong>s<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"660\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-660x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1342\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-660x1024.png 660w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-193x300.png 193w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-768x1192.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-990x1536.png 990w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-500x776.png 500w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51-800x1242.png 800w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.37.51.png 1096w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><figcaption>Die Akte zu Henriette Kleins Zwangssterilisationsverfahrens liegt im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden, <br><strong>Quelle: <\/strong>HHStAW, 473\/4, 398<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der NS-Zeit wurde die Zwangssterilisierung als eine M\u00f6glichkeit der systematischen Unterdr\u00fcckung und Vernichtung von Minderheiten oft in Betracht gezogen. Dabei wurden Mitglieder von Minderheiten meist mit einer angeblichen erblichen Krankheit diagnostiziert, die angeblich eine Unfruchtbarmachung forderte, bei der die betreffende Person kein Mitspracherecht hatte, wie in dem Fall der Henriette Klein. Aufgrund ihres angeblich&nbsp;\u201eangeborenen Schwachsinns\u201c&nbsp;wurde im Jahr 1937 von der NS-Regierung ein Antrag auf ihre Zwangssterilisierung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Begr\u00fcndet wurde diese Diagnose durch ihr geringes Schul- und Lebenswissen und ihre schwerf\u00e4llige Urteilsf\u00e4higkeit. Auch sei das geringe Wissen auf den mangelhaften Schulbesuch zur\u00fcckzuf\u00fchren, es h\u00e4tte sich aber angeblich im sp\u00e4teren Alter das Bestreben, ihr Wissen zu erweitern, bilden m\u00fcssen. Da dies nicht der Fall war, wurde der angeborene Schwachsinn mit der Begr\u00fcndung, dass&nbsp;\u201e<em>bei Vollsinnigkeit aber sp\u00e4ter&nbsp;das Bestreben zu Tage getreten sein <\/em>[w\u00fcrde],<em> das Wissen zu erwerben und zu erweitern<\/em>\u201c, als einzige Erkl\u00e4rung ihres fehlenden Wissens in Betracht gezogen.&nbsp;Ihre \u201e<em>rassisch bedingten groben Charakterfehler<\/em>\u201c, so hei\u00dft es in der Akte, trugen vermeintlich zu ihrem Verhalten bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Antrag auf die Unfruchtbarmachung wurde am 29.04.1937 vom Leiter der Abteilung&nbsp;\u201eErb-&nbsp;und Rassenpflege\u201c f\u00fcr die Vororte Wiesbadens aufgrund von \u201eangeborenem Schwachsinns\u201c gestellt.&nbsp;Es diente als Antwort auf ein \u00e4rztliches Gutachten aus dem Jahr 1933. Zur Zeit des Verfahrens im Jahr 1937 hatte Henriette Klein bereits vier Kinder mit ihrem Ehemann und war schwanger mit einem f\u00fcnften Kind. Als Nachweis ihrer angeblichen geistigen Krankheit, wurde ein Fragebogen mit Angaben \u00fcber ihre Vorgeschichte beigelegt. Der Fragebogen beinhaltete beispielsweise die Information, dass in ihrer Familie keine k\u00f6rperlichen oder geistigen Krankheiten nachzuweisen sind, aber auch, dass ihr Vater drei aufeinanderfolgende Beziehungen f\u00fchrte und Henriette Klein, wegen eines Diebstahls zusammen mit ihrem Bruder zu sechs Monaten Gef\u00e4ngnisstrafe verurteilt worden war. Au\u00dferdem wird erw\u00e4hnt, dass sie wegen Bettelns und Hausierens im Monikaheim wohnte und sie bereits drei Kinder hatte,&nbsp;als \u201e<em>sie endlich getraut wurde<\/em>\u201c.&nbsp;Besonders auff\u00e4llig&nbsp;ist die Wortwahl \u201eangeblich\u201c&nbsp;in Aussagen wie, sie f\u00fchrte einen&nbsp;\u201e<em>angeblich sauberen Haushalt<\/em>\u201c oder&nbsp;sie sei&nbsp;\u201e<em>sexuell&nbsp;angeblich&nbsp;nicht auff\u00e4llig<\/em>\u201c.<br><br>Zudem musste Henriette Klein einen Intelligenzpr\u00fcfungsbogen ausf\u00fcllen, der bestimmen sollte, ob die Diagnose gerechtfertigt war. Dieser beinhaltete Fragen zu ihrer Urteilsf\u00e4higkeit, ihrem Schulwissen, Allgemeinwissen, Berufsfragen und Rechenaufgaben. Aufgrund ihrer Antworten wurde sie mit mangelndem Wissen eingestuft. Fragen, die&nbsp;als \u201eAllgemeines Lebenswissen\u201c eingestuft wurden und die sie falsch beantwortete, beinhalteten unter anderem Wissen \u00fcber die NS-Regierung, die NS-Ideologie und \u00fcber Hitler selbst. Dadurch wurde ihre Intelligenz indirekt auch durch ihre politische Einstellung und ihr Wissen \u00fcber den Nationalsozialismus bestimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 22. Juli 1937 wurde der Antrag auf eine Zwangssterilisierung zur\u00fcckgewiesen, nachdem sich das Erbgesundheitsgericht Wiesbaden&nbsp;der Annahme des \u201eangeborenen&nbsp;Schwachsinns\u201c&nbsp;nicht anschloss. Ihr mangelndes Schulwissen sei vielmehr auf ihre Umst\u00e4nde, die ihr einen regelm\u00e4\u00dfigen Schulbesuch nicht erlaubten, als auf eine erbliche Krankheit zur\u00fcckzuf\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sie diesen Prozess gewann, wurde sie dennoch sieben Jahre sp\u00e4ter deportiert und zwischen dem 5. und 10. April 1944 in dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im Alter von 36 Jahren ermordet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"iv-aktenauszuge-aus-dem-zwangssterilisationsverfahren-henriette-kleins\"><strong>IV. Aktenausz\u00fcge aus dem Zwangssterilisationsverfahren Henriette Kleins<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"898\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1-898x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1350\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1-898x1024.png 898w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1-263x300.png 263w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1-768x875.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1-500x570.png 500w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1-800x912.png 800w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.50.50-1.png 1058w\" sizes=\"(max-width: 898px) 100vw, 898px\" \/><figcaption><strong>Quelle: <\/strong>HHStAW, 473\/4, 398. Anmerkung: Rassistische Begrifflichkeiten in der Quelle wurden von uns getilgt.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"685\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.39.16-685x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1344\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.39.16-685x1024.png 685w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.39.16-201x300.png 201w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.39.16-768x1149.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.39.16-1027x1536.png 1027w, 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class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"708\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.51.26-708x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1348\" srcset=\"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.51.26-708x1024.png 708w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.51.26-207x300.png 207w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.51.26-768x1111.png 768w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.51.26-1061x1536.png 1061w, https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-12.51.26-500x724.png 500w, 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target=\"_blank\">Leerstellen\u201c<\/a>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quelle: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>HHStAW, 473\/4, 398 (Akte zum Zwangssterilisationsverfahren Henriette Kleins)<\/li><li>Dokumente der &#8222;Arolsen Archives&#8220; zum Tod Henriette Kleins im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Sch\u00fcler:innen der MSS11 I. Das Gesetz zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses \u201eEr [der v\u00f6lkische Staat] hat, was irgendwie&nbsp;ersichtlich krank und erblich belastet ist, [f\u00fcr] zeugungsunf\u00e4hig zu erkl\u00e4ren und dies praktisch auch umzusetzen.\u201c zit. n. Hitler, &#8222;Mein Kampf&#8220;. Eine kritische Edition, hrsg. v. Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Pl\u00f6ckinger, Roman T\u00f6lpel im Auftrag des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/612"}],"collection":[{"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=612"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/612\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2271,"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/612\/revisions\/2271"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nackenheim-im-nationalsozialismus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}